Donnerstag, 11. August 2016

Entrümpelt: Unser erster Flohmarkt

Das Haus ist aufgeräumt. Alles liegt griffbereit, ich suche nichts. Ich räume keine Fläche frei, wenn ich etwas ablegen möchte. Ich sage nicht „gleich können wir spielen, ich packe nur noch eben das hier weg“.

So ist es leider nicht. Ich bin nicht besonders unordentlich. Aber auch nicht besonders ordentlich. Oder ordnungsliebend. Zumindest war mir das nicht bewusst. Ich liebe Kram. Ich liebe altes Porzellan und kuriose Dinge. Ich liebe Reiseandenken und Erinnerungsstücke an liebe Menschen.


Meine einstige Einzimmerwohnung wurde trotz allem Kram nicht unordentlich. Es gab einfach nicht so viele Sachen darin und so viele Personen, die etwas in Unordnung brachten. Jetzt leben wir als Familie in einem Haus. Unser Keller ist voll, sehr voll. Mein Mann und ich besaßen beide einen kompletten Haushalt. Als wir zusammenzogen, gab es plötzlich alles doppelt: Zwei Toaster, zwei Küchentische, zwei Bügeleisen… Später sind wir berufsbedingt oft umgezogen. Wir mussten oft und lange auf den Übersee-Container warten. Wir kauften dann provisorisch Sachen, um zu kochen, um unter einer Bettdecke zu schlafen, um sich mit einem Handtuch abzutrocknen... Diese provisorischen Sachen gehen nicht irgendwann kaputt, sie sammeln sich an. Die Kinder haben sehr viel Spielzeug, sie bekommen sehr viel geschenkt und wachsen schnell aus ihren Kleidern heraus.

Kuhglocke aus der Schweiz
Unser Haus, oder vielmehr der Keller, platzte aus allen Nähten. Aber letztes Wochenende habe ich ausgemistet. Tat das Entrümpeln gut! Nur dass die Sachen einfach auf die Mülldeponie wandern, gefiel mir nicht, unserer Umwelt geht es schon schlecht genug. Außerdem war der Kram bestimmt auch noch ein bisschen wert. Also haben wir unsere Sachen auf einen Flohmarkt verkauft. Es gab einen Nachtflohmarkt. Der kam uns sehr gelegen, weil wir nicht mitten in der Nacht aufstehen wollten, um unseren Stand aufzubauen. Ich fragte in der Nachbarschaft herum, ob jemand einen Tapeziertisch zu verleihen hatte. Schlaue Leute, keiner besaß einen, sie haben keinen überflüssigen Krempel in der Garage rumstehen. Wir bald auch. Also alles ins Auto gepackt und los damit.

 
Stier von den Philippinen und Sand mit Cola-Flasche aus Abu Dhabi

Bei einigen Sachen fiel das loslassen echt schwer. Aber wir wohnen jetzt drei Jahre in dem Haus und was wir bis jetzt nicht benutzt haben, werden wir wohl auch in Zukunft nicht mehr benutzen.
Auf dem Flohmarkt hatten wir sehr viel Spaß. Wir waren den ganzen Tag an der frischen Luft, haben mit anderen Trödelhändlern geplaudert, um die Waren gehandelt und ein Bierchen von der Imbissbude getrunken. Manche Dinge haben den richtigen Besitzer gefunden: Eine Frau trug sehr glücklich ihren neuen Schmuck, ein Ehepaar montierte gleich den Fahrradständer an ihr Auto. Das war schön zu sehen.
 
Buddha aus Thailand
Gut die Hälfte unserer Sachen sind wir losgeworden. Jetzt können wir von unseren Einnahmen einmal sehr gut essen gehen!
Und nächstes Jahr gehen wir wieder auf den Flohmarkt. Solange, bis wir nur noch Sachen im Haus haben, die wir alle wirklich benutzen oder die uns richtig viel Freude bereiten!


Wer mich kennt, fragt sich natürlich, ob ich nicht doch etwas auf dem Flohmarkt gekauft habe. Diesmal (fast) nichts. Nur ein paar DVDs, mit denen wir uns am nächsten Abend noch einen gemütlichen Fernsehabend gemacht haben.

Simplify your life! Fröhliches Entrumpeln wünscht Eure Jasmin

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